Ich nutze seit Jahren Samsung SSDs – egal ob SATA oder NVMe – und habe sie in einigen meiner Setups verbaut. Performance, Zuverlässigkeit, alles top.
Was allerdings überhaupt nicht top ist: Samsung bietet bis heute keinen sauberen Weg, SSD-Firmware unter Linux zu aktualisieren.
Stattdessen gibt es ein bootbares ISO. Klingt erstmal okay – ist aber leider seit mehreren Jahren schlicht kaputt.
Zeit, das Problem zu umgehen.
Ausgangslage: Firmware-Update für Samsung NVMe SSDs
In meinem konkreten Fall ging es um zwei Samsung 990 Pro 2TB NVMe-SSDs, die in einem Server verbaut waren.
Der Server lief mit Debian 12 – also eigentlich perfekte Voraussetzungen.
Der offensichtliche Weg wäre:
- Firmware-ISO herunterladen
- Auf USB-Stick schreiben
- Booten
- Firmware flashen
- Fertig
… theoretisch.
Warum Samsungs Boot-ISO keine Option ist
Leider ist Samsungs Linux-Bootumgebung seit Jahren problematisch. Typische Fehler:
- SATA-SSDs werden nicht erkannt
- Controller werden nicht korrekt angesprochen
- USB-Tastaturen funktionieren nicht
- Veralteter Kernel, keine Workarounds möglich
- Teilweise nur mit PS/2-Tastatur bedienbar
Und ja: Genau an der „keine Tastatur erkannt“-Stelle hing ich schon wieder fest – wie vor ein paar Jahren auch schon.
Damals konnte ich SATA-SSDs noch kurzfristig in ein Intel-System stecken. Bei NVMe-SSDs im Server? Keine Chance.
Lösung: Firmware direkt unter Linux flashen 🚀
Zum Glück lässt sich das eigentliche Flash-Tool aus dem ISO extrahieren und direkt unter einem modernen Linux ausführen.
⚠️ Wichtiger Hinweis:
Das hat bei mir problemlos funktioniert – aber Firmware-Updates sind nie ohne Risiko.
Alles auf eigene Gefahr!
Schritt-für-Schritt Anleitung
1️⃣ Dateisystem(e) aushängen
Falls auf der SSD ein Dateisystem gemountet ist, möglichst vorher aushängen:
umount /dev/md0
⚠️ Wichtiger Hinweis:
Es ist auch möglich ein Update ohne unmount durchzuführen, aber ich empfehle es nicht. Nutze sonst möglichst ein Linux Live System.
2️⃣ Passendes Firmware-ISO herunterladen
Samsung listet alle Firmware-ISOs hier:
https://www.samsung.com/semiconductor/minisite/ssd/download/tools/
Rechtsklick auf die passende Version → Link kopieren.
Beispiel:
wget https://download.semiconductor.samsung.com/resources/software-resources/Samsung_SSD_990_PRO_8B2QJXD7.iso
3️⃣ Benötigte Tools installieren
apt-get -y install gzip unzip wget cpio
⚠️ Wichtiger Hinweis:
Ist z.B. unzip nicht installiert bricht das Update einfach ab.
4️⃣ ISO mounten und Firmware-Tool extrahieren
mkdir /mnt/iso
sudo mount -o loop ./Samsung_SSD_990_PRO_8B2QJXD7.iso /mnt/iso/
mkdir /tmp/fwupdate
cd /tmp/fwupdate
gzip -dc /mnt/iso/initrd | cpio -idv --no-absolute-filenames
5️⃣ Firmware-Tool starten
cd /tmp/fwupdate/root/fumagician/
sudo ./fumagician
Jetzt sollte das Tool starten und die verbauten SSDs bzw. NVMe-Laufwerke korrekt erkennen.
Firmware flashen
Sobald fumagician läuft:
- SSD auswählen
- Update bestätigen
- Flash-Vorgang abwarten
Nach erfolgreichem Update empfehle ich dringend:
- Neustart
- oder noch besser: System komplett ausschalten und wieder einschalten
Kontrolle nach dem Reboot
Nach dem Hochfahren habe ich geprüft, ob alles sauber läuft:
sudo smartctl -a /dev/nvme0n1
➡️ Neue Firmware war aktiv
➡️ Keine Datenverluste
➡️ Keine Auffälligkeiten
So soll es sein.
Fazit
Ich verstehe ehrlich gesagt nicht, warum Samsung den Linux-Support für Consumer-SSDs aufgegeben hat.
Früher ging das mal problemlos – heute gibt es Firmware-Tools nur noch für Enterprise-SSDs.
Das wäre halb so wild, wenn das offizielle Boot-ISO funktionieren würde.
Tut es aber nicht – und das seit Jahren.
Zum Glück lässt sich das Ganze mit ein paar Handgriffen direkt unter Linux lösen.
Nicht schön, aber effektiv.
Vielleicht hilft dieser Beitrag ja dem nächsten, der wieder vor einem nicht reagierenden Samsung-ISO sitzt. 😉













